Ausführlich

Meine Vita
Börsianer mit Leib und Seele – so beschreibe ich mich wohl am treffendsten. Ich wurde 1968 in Bremen geboren und bin seit meinem 17. Lebensjahr infiziert von der Spannung der internationalen Finanzmärkte.  Seit nunmehr 27 Jahren wache ich mit dem Nikkei auf, esse zu Mittag mit dem DAX (früher FAZ-Index) und gehe mit dem Dow Jones zu Bett. Das ist wohl die treffendste Beschreibung meines Tagesablaufs.

Die Anfänge
Es gab zwei gleichzeitig stattfindende Initialfunken, die in mir das Interesse weckten, dass dann mein Berufsleben bestimmen sollte. Zum einen war es das nun seit über 20 Jahren stattfindende Planspiel Börse der Sparkassen, an dem ich mit meiner Schulklasse teilnahm. Zum anderen war es mein Radsporttrainer und väterlicher Freund Hans-Dieter Buthmann, der animiert durch die Hausse am Anfang der 80er Jahre zum aktiven Börsianer geworden war, und  mich an seinen Börsenabteuern teilhaben ließ. Er war es auch, von dem ich das erste Mal in meinem Leben den Namen „André Kostolany“ hörte, und der mir das Buch „Kostolanys Wunderland von Geld und Börse“ lieh. Nach der Lektüre war es vollends um mich geschehen. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich nur noch eines: Spekulant werden.

Frühe Freundschaft mit André Kostolany
Es war André Kostolany selbst, der mir das zum Glück schnell wieder ausredete. Denn ich hatte das außergewöhnliche Glück, meinen großen Meister noch als Schüler im Alter von gerade 18 Jahren in meiner Geburtsstadt Bremen 1986 bei einer Signierstunde für sein damals neues Buch „Kostolanys Börsenseminar“ persönlich kennen zu lernen. Ich kam näher mit ihm in Kontakt, was folgenschwere Auswirkungen auf meinen weiteren Werdegang haben sollte. Ich werde oft gefragt, wie das denn genau passiert sei. Als Nachwort habe ich es 1995 in unserem ersten Buchprojekt  „Kostolanys Bilanz der Zukunft“ aufgeschrieben. Wen es interessiert, der findet den Text unten.

Es wuchs über die Jahre eine sehr enge Freundschaft zum wohl heute noch berühmtesten Börsianer Deutschlands. Am Ende war ich der einzige Freund aus Deutschland, der ihn 1999 noch regelmäßig besuchte, als er wegen eines Beinbruchs in Paris ans Bett gefesselt war, bis er am 14. September des gleichen Jahres verstarb. Noch heute verbindet mich zu seiner Witwe Françoise Kostolany eine sehr enge Beziehung. Sie hat zu meinem aktuellen Buch “Die Inflation kommt!“ zu meiner großen Freude ein Nachwort geschrieben, dass ebenfalls im Anschluss an diesen Lebenslauf zu finden ist.

Vom Broker zum Journalisten zum Vermögensverwalter
Ich habe die Finanzmärkte in meinem Berufsleben aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Die ersten drei Jahre – direkt nach dem Abitur – arbeitete ich als Account Executive bei einem Broker in Hamburg und später selbstständig, und bot vor dem Online-Zeitalter deutschen Kunden direkten Zugang zu den amerikanischen Aktien- und Terminmärkten zu US-Börsenzeiten.

Anschließend wechselte ich in den Journalismus und schrieb als freier Journalist für „Forbes“, „Focus, „Focus Online“, „Die Telebörse“, und die „Wirtschaftwoche“. Aktuell führe ich die (fast jede Woche) erscheinende Kolumne „Stimmungsbarometer“ in Focus Money.

Parallel dazu arbeitete ich immer enger mit Kostolany zusammen. Bei seinen letzten drei Büchern, wie auch bei seiner „Capital“-Kolumne und seinen Vorträgen durfte ich behilflich sein. Sein letztes Buch „Die Kunst über Geld nachzudenken“ war zugleich sein erfolgreichstes.

Im Jahr 2000 erhielt ich dann durch meine Tätigkeit als Kolumnist für das Printmagazin „Die  Telebörse“ die Gelegenheit, die Nachfolge von Roland Klaus als Börsenkorrespondent vom Frankfurter Börsenparkett für den Nachrichtensender N-TV anzutreten.  Durch diese Tätigkeit werden mich die meisten meiner Leser wahrscheinlich kennen.

2006 bis März 2011 war ich Geschäftsleiter und “Chief Market Strategist” der deutschen und österreichischen Niederlassung des britischen CFD-Anbieters CMC Markets und außerdem  von 2008 bis 2011 Vorstandsvorsitzender des Contracts for Difference Verbandes in Deustchland.

Von Oktober 2011 bis Ende 2015 war ich als Portfolio Manager der HPM Hanseatischen Portfolio Management GmbH in Hamburg tätig. Noch heute wirkiche dort in Anlageausschüssen mit. Bin nun aber wieder unabhängiger Finanzexperte.

Bücher
Ich habe bisher drei Bücher geschrieben. Als Reaktion auf den Enron-Skandal und die Management-Verfehlungen während des dot.com Booms den Titel “Manager außer Kontrolle – Wie Gier und Größenwahn unsere Wirtschaft ruinieren”, erschienen 2003 im Econ-Verlag. Leider ist der Titel nicht mehr lieferbar.
Das 2006 erschienene CFDs Simplified widmet sich speziell dem Thema Contracts for Difference.
“Die Inflation kommt – Die besten Strategien, sich davor zu schützen”, ist mein aktuelles im Dezember 2009 erschienenes Buch. Es erreichte zwischenzeitlich Platz 1 der Handelsblatt- und Platz 2 der Manager-Magazin Bestsellerliste und gehört zu den wenigen Wirtschaftsbüchern des Jahres 2010, die es auf die Spiegel-Bestsellerliste schafften.

Radsport
Meine zweite Passion neben der Börse ist der Radsport. Ich habe mit 13 Jahren mit dem Radrennsport begonnen. Meine größten Erfolge waren Bremer Landesmeister im Einzelzeitfahren und Einer-Straße 1998 sowie Norddeutscher Vizemeister Einer-Straße 2002. Aufgrund des Landesmeistertitels konnte ich 1998 gegen Größen wie Jan Ullrich und Erik Zabel bei der Deutschen Meisterschaft in Rheinfelden an den Start gehen. Ein unvergessliches Erlebnis.

Je nachdem, wie viel Zeit zum Trainieren bleibt, nehme ich auch heute noch hier und da an Wettkämpfen teil. 2012 wurde ich abermals Bremer Landesmeister im Ein-Straße und Einzelzeitfahren und zwar wieder in der Männerklasse, obwohl ich Senioren hätte fahren können. Die Teilnahme an der deutschen Meisterschaft habe ich mir natürlich nicht nehmen lassen. So war nicht Jens Voigt von Nissan Radioshak der ältetste Teilnehmer, sondern ich. Auch André Greipel war dabei, der anschließend drei Tour Etappen-tappen gewinnen konnte. Es ist ein tolles Gefühl mit diesen Größen nochmals gemeinsam starten zu dürfen, bevor man sie dann eine Woche später bei der Tour de France im Fernsehen bewundern darf. Starten ist allerdings auch der passende Begriff, dennn der Kurs war schwer und ich nach acht Kilometern abgehängt. Aber was solls?

Privates
Grundsätzlich möchte ich, dass mein Privatleben auch noch den Namen verdient. Nur so viel sei gesagt. Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne Jahrgang 2004 und 2007.

Wie ich André Kostolany kennen lernte

Nachwort  aus dem 1995 erschienen Buch „Kostolanys Bilanz der Zukunft“
24. November 1986, 16.30 Uhr, Bremen: Ich betrete die Buchhandlung Leuwer Am Wall. An einem Tisch sitzt André Kostolany und signiert sein neuestes Buch, Kostolanys Börsenseminar. Aus der Zeitung hatte ich von der Signierstunde erfahren, und die Möglichkeit konnte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen, einmal dem großen Meister zu begegnen, der in mir – einem achtzehnjährigen Schüler – die Leidenschaft für die Börse geweckt hatte.

Ich reihte mich in die Schlange ein und erhielt nach einigen Minuten die begehrte Signatur. Sollte das alles gewesen sein? Ich will den Moment festhalten, den Esprit des Börsenaltmeisters noch länger erleben und bleibe noch. Mit seinem Begleiter Peter von Quadt komme ich ins Gespräch.

Plötzlich steht Kostolany von seinem Stuhl auf. Ich blicke mich in der Buchhandlung um. Alle Kunden und auch alle Angestellten sind bereits gegangen, nur der Eigentümer ist noch in der Buchhandlung. Die Zeit war dahingeflogen. „Peter, wir haben noch zwei Stunden bis zum Flug. Was sollen wir machen?“ – „Fahren wir schon zum Flughafen und setzen uns dort ins Restaurant, Herr Kostolany“, kommt die Antwort. „In Ordnung“, sagt der Altmeister und, auf mich zugehend – „und, Sie können mitkommen, wenn Sie wollen.“ Natürlich will ich. Auf der Fahrt im Taxi und im Flughafenrestaurant plaudern wir über Gott und die Welt und natürlich über die Börse – völlig ungezwungen, als würden wir uns schon lange kennen. Schließlich wird der Flug aufgerufen; ich begleite die beiden noch zum Gate. „Schreiben Sie mir, oder rufen Sie mich an. Vielleicht können wir uns einmal in Hamburg treffen“, sagte Kostolany, während er mir die Hand schüttelt. Ein Satz, dessen Folgen meinen Berufsweg und mein Leben entscheidend beeinflussen sollten.

Seitdem habe ich André Kostolany unzählige Male getroffen. In Hamburg, in München, in Budapest und überall in Deutschland, wenn er wieder einmal als Wanderprediger auf Vortragsreise war.

So einmalig, wie die Begegnung mit Kosto für mich war, so beispielhaft ist sie für ihn. Überall, wo ihn Menschen treffen und ansprechen, ist er aufgeschlossen und offen. Überheblichkeit und Arroganz sind ihm fremd. Mit einer unendlichen Geduld beantwortet er an einem Abend auch zum zehnten Mal die gleiche Frage. Besonders der jungen Generation fühlt sich der Altmeister sehr verbunden. Einmal monatlich trifft sich der Kostolany Börsenstammtisch im Palais-Keller des Bayerischen Hofs in München. Die meisten Teilnehmer könnten eher seine Enkel als seine Kinder sein.

Ich bin in meiner noch kurzen Karriere bereits vielen Börsenexperten begegnet, und gerade deswegen gilt für mich heute mehr denn je: Kostolany ist der größte – nein, der einzige.

Bremen, im April 1995

Stefan Riße

Nachwort von Francoise Kostolany zum meinem Buch „Die Inflation kommt!“
André Kostolany, der vor zehn Jahren starb, hätte sich über das vorliegende Buch sehr gefreut.

Ich kenne Stefan Riße seit er Anfang 20 war. Damals erzählte mir mein verstorbener Mann sichtlich aufgeregt, er habe einen bemerkenswert scharfsinnigen und begabten jungen Mann kennen gelernt, der unbedingt sein “Schüler” werden wolle.

Der junge Mann war ehrgeizig, aufrichtig und sich der Tatsache bewusst, dass die väterliche Freundschaft, die ihm zuteil wurde, eine phantastische Chance war, seinen persönlichen und beruflichen Horizont zu erweitern.

In Paris und ganz Europa, hauptsächlich in München und Frankfurt, hat Stefan Riße viele Jahre lang mit seinem verehrten “Professor” an Artikeln, Interviews, Kolumnen, Konferenzen, Seminaren und Büchern gearbeitet! Doch ihr Verhältnis zueinander war noch vielmehr durch tiefe Freundschaft geprägt.

Ich war immer davon überzeugt, dass Stefan seinen Weg machen würde. Und er hat es geschafft. Ich freue mich für ihn, seine Familie, seine Freunde und auch für mich selbst!

Wegen seiner österreichisch-ungarisch-jüdischen Wurzeln zeichnete sich André Kostolany durch Phantasie, Mut, Glück und außergewöhnlichen Optimismus aus. Er lebte seine vielen Leben mit Leidenschaft und Weisheit, die er gern an andere Menschen weitergab. Stefans heutiger Erfolg beweist, dass er gut zugehört und beobachtet hat. Er ist dieser einzigartigen Ausbildung gefolgt und hat sie verstanden.

Sein Buch versucht nicht, eine Lösung für die Krise zu finden, die unsere Welt befallen hat, sondern bringt einen klaren und intelligenten Beitrag über das aktuelle finanzielle, soziale und moralische Erdbeben, das uns dazu zwingt, unsere Überzeugungen zu überdenken.

Das Schuldenwachstum und die Geldmengensteigerung muss aufhören, denn sonst wird die Blase explodieren.

Stefans Buch enthält die Überzeugungen eines klar denkenden Mannes. Er hat sich nicht von den unverantwortlichen Geldmanagern, Investmentbankern und Fonds-Gurus beirren lassen, die André Kostolany zu seinen Lebzeiten angeprangert hat.

Am Ende dieses Nachworts möchte ich noch sagen, dass mich dieses Buch mit großer Freude erfüllt.

Françoise Kostolany
8. November 2009
Paris

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