Alles nur Technik!

Der gestrige Tag, hat wieder schön vor Augen geführt, wie viel doch Technik ist und wie wenig die kurzfristige Tendenz mit der Nachrichtenlage zu tun hat, wie uns die Börsenkommentatoren weiß machen wollen. Aber was sollen sie auch tun, es ist ihr Job, und es war auch mal meiner. Denn es ist dem breiten Publikum in „Börse im Ersten“ nicht zu vermitteln, dass es die Short-Spekulanten waren, die hier gesqueezed wurden, nachdem sie zuvor aufgrund des Bruchs der 200-Tage-Linie sich auf diese Seite geschlagen hatten. Dass würde niemand verstehen, ist aber vermutlich gestern der Grund für den Anstieg gewesen. Denn seien wir ehrlich, die Nachrichten hätten sich viel leichter negativ als positiv interpretieren lassen. EZB-Chef Mario Drahgi hat die Zinsen unverändert gelassen und wirklich nichts konkretes gesagt, was auch krisenlösende Maßnahmen schließen ließ. Und die Fed hat im Beige Book auch nicht auf Quantitative Easing 3 hingedeutet.
Es dürfte tatsächlich eher damit zu tun gehabt haben, dass alle die 5.800 anvisiert und sich entsprechend positioniert hatten. Und wie so oft passiert dann eben das Gegenteil. Nun bleibt abzuwarten, ob es nur eine kurzfristige Erholung war, und wie nochmals auf Tauchstation gehen müssen, um die Angst weiter zu erhöhen – oder ob es das jetzt war. Vor dem Anstieg wurde das morgens geöffnete Gap glücklicherweise noch kurz geschlossen, so dass zumindest diesbezüglich kein Grund besteht nochmals auf die 6.000 Punkte zu sinken. Die Stimmung gemessen aber Hulbert Stock Newsletter Senitment Index ist durch den Anstieg gestern übrigens nicht gestiegen, sondern bezogen auf die Nasdaq sogar wieder auf minus 47,1 Prozent gefallen. Das ist aus antizyklsicher Sicht natürlich positiv. Denn wenn sich die Stimmung mit steigenden Kursen sofort verbessert, ist der Anstieg zumeist nur von kurzer Dauer.

Panikanzeichen nehmen zu!

Der DAX hat heute Morgen erneut mit Verlusten gestartet und die 6.000 Punkte unterschritten. Nun beginnt die Panik plötzlich in den Anlegern aufzusteigen, die sich die Frage stellen, ob der Euro nun zerbricht. Harald Weygand von Godmodetrader sieht Polen offen, Mr. Dax, Dirk Müller, sieht nun als nächste Marke die 5.850 Punkte und malt ein düsteres Bild von Europa. Das ist aus antizyklischer Sicht eigentlich gut. Müller, den ich persönlich sehr schätze, rechnete am Jahresende 2011 für den Jahresbeginn mit weiter sinkenden Kursen. Wie wir wissen, passierte das Gegenteil. Als der DAX dann über 7.000 Punkte stieg, kam Focus Money mit dem Titel “DAX 8.000! Was kaufen? Mr. Dax – Auf diese Aktien setzt Dirk Müller – Plus: Warum er so optimistisch ist.” Davon ist nun keine Rede mehr. Für mich ist es nur ärgerlich, dass ich damals diesen Titel nicht besser als Kontraindikator interpretiert habe. Denn hier liege ich mit meinem damaligen Optimismus ja genauso schief wie er, wenngleich ich zum Jahresende 2011 zumindest auch schon Optimist war, und nicht erst mit den steigenden Kursen, die Pferde gewechselt habe. Dennoch soll der hier dargestellte Stimmungswechsel von Müller bitte nicht als Häme verstanden werden. Es zeigt nur sehr deutlich, den typischen Stimmungsverlauf innerhalb von Auf- und Abwärtszyklen.
Auch wenn ich – weil ich nur eine geringere Korrektur erwartet und den positiven Einfluss der stark gefallenen Anleiherenditen kurzfristig überbewertet habe – nicht besonders gut liege, seit der Wahl in Frankreich, wechsle ich aber auch jetzt nicht die Pferde, sondern bleibe optimistisch. Mittlerweile verabschieden sich Anleger aus den gehebelten Long-ETFs und das Geld fließt in gehebelte Short-ETFs. Auch das ist ein guter Kontraindikator.
Dennoch, sollte ich mich weiter irren und es weiter abwärts gehen, hier die nächsten noch offenen Gaps aus dem vorherigen Aufschwung, gemessen am mittlerweile ausgelaufenen März DAX-Future. Die Kassa-Kurse dürften jeweils ein paar Punkte darunter liegen. 6.049, 5.632 und 5.463. Doch Vorsicht. Kein Gesetzt sagt, dass diese geschlossen werden müssen. Auch aus dem Aufschwung ab März 2009 sind noch Gaps offen, die bisher nicht geschlossen wurden.

Ist das der letzte “wash out”?

Liebe Blog-Leser,
Sie hören gerade etwas zu selten von mir. Das liegt daran, dass ich gerade voll in meinem Fondsprojekt stecke, wozu es hier dann auch am Wochenende News gibt. Neugierige finden bereits alles auf der Homepage der „HPM Hanseatischen Portfoliomanagement“ gibt.
Ich find es toll, wie intensiv die Blog-User hier schon im Bereich Fragen & Antworten miteinander diskutieren, so dass für Content auch gesorgt wird, wenn ich es mal nicht schaffe.
Die Frage, ob wir eine Korrektur wie im Sommer 2009 bekommen, ist heute klar beantwortet worden. Die Korrektur ist ausgedehnter als damals und auch unterlegt von einer viel größeren Angst, die sich hier austobt. Naja, man kann nicht immer richtig liegen.
Was mir im Gold glänzend gelang, klappt am Aktienmarkt jetzt nicht. Ich werde aber hier nicht wieder zum eigenen Kontraindikator werden, wie im vergangenen Herbst. Einige werden sich erinnern. Es bleibt für mich klar, dass Aktien vollkommen unterbewertet und Anleihen nach normalen Maßstäben vollkommen überbewertet sind. Doch offenbar müssen nun zunächst noch einige, die das auch so sahen, raus geschmissen werden.
Was die Stimmungsindikatoren betrifft, so ist diese Aufgabestimmung langsam immer stärker abzulesen. Viele befinden sich mittlerweile am Rande oder in der Kaufzone, egal, ob Put/Call-Ratios, Deutsche Börsenbriefe, AAII, Hulbert etc. Aber sie sind es noch nicht ganz vor allem in den USA sind wir mit 53 Prozent Konsensus Optimisten noch im neutralen Bereich wie auch mit den Börsenbriefen nach Lesart von Investors Intelligence. Das bedeutet, ein letzter „wash out“ kann noch stattfinden. Möglichweise wurde dieser heute bereits eingeleitet, mit dem nachhaltigen Bruch der 200-Tage-Linie im DAX.
Doch ich sage auch ganz klar, wenn es jetzt wieder in Richtung 5.000 geht und wir am Jahresende nicht deutlich höher stehen, müsste ich eingestehen, mich fundamental geirrt zu haben. Das kündige ich hier schon an und werde ich auch dann nicht verschweigen.

Gap geschlossen – Kommt jetzt die Wende?

Das von mir immer wieder ins Feld geführte Gap ist nun heute Morgen bei rund 6.220 geschlossen worden. Das nächste offene liegt bei 6.060 und dann bei 5.480. Nur Vorsicht, die müssen nicht zwingend geschlossen werden. Auch in der Erholung ab März 2009 ist ein Gap übrig geblieben. Die Korrektur hat nun das Ausmaß der Korrektur im Aufwärtstrend ab März 2009 prozentual wie auch zeitlich leicht überschritten. Wenn wir in diesem Bereich nun nicht langsam wenden, dann läge ich auch mit dieser Einschätzung, dass es sich um eine normale Korrektur wie eben die in 2009 handelt, zunächst falsch. Ich bleibe dennoch bei meiner positiven Einschätzungen für die Aktienmärkte in diesem Jahr. Zwar sehe auch ich die Gefahren einer weltwirtschaftlichen Abkühlung, und habe vor allem die USA diesbezüglich immer kritisch gesehen, doch denke ich, dass die geringen Bewertungen im Vergleich zum langfristigen Zins am Ende trotzdem für steigende Kurse sorgen werden. Falls dies nicht passiert, dann befänden wir uns tatsächlich in einem Szenario wie in Japan nach dem Platzen der Spekulationsblase dort im Jahr 1990. Da nützten sinkende Zinsen nichts mehr, allerdings kamen die Bewertungen mit KGVs von 60 auch von einem ganz anderen Niveau. Wir bewegen uns historisch gesehen in gewisser Hinsicht auf Neuland, weil es diese geldpolitische Situation noch nie gab. Die Frage lautet: Bekommen wir nur noch durch direkte Geldeinschüsse der Notenbanken Zwischenrallyes in einem eigentlich leicht abwärts gerichteten Trend, oder erfahren Aktien tatsächlich eine Neubewertung, weil sie als Sachwerte ebenfalls einen sichereren Hafen bieten, als geldwerte. Dieses Jahr wird hier Antworten liefern.

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