Fait Accompli zweiter Versuch?

Liebe Blog-Leser,
wegen meines gerade in der Zeichnungsphase befindlichen Investmentfonds „Riße Inflation Opportunities UI“ führe ich derzeit sehr viele Investorengespräche.komme ich leider nicht in der Häufigkeit dazu, wie ich es möchte, hier zu kommentieren. Ich bitte um Entschuldigung! Dennoch aber jetzt ein paar Worte zur aktuellen Situation:

Die französische Präsidentschaftswahl und die erste Parlamentswahl in Griechenland Anfang Mai sorgten entgegen meiner Prognose ja nur für eine kurzzeitige Entspannung im Sinne des „Fait Accompli“ – der vollendeten Tatsache, die an der Börse gemeinhin niemanden mehr interessiert. Das Motto war sehr schnell: Nach der Wahl ist vor der Wahl. Es fragt sich daher, wie die Märkte nun mit dem Wahlergebnis der französischen und griechischen Parlamentswahlen am vor uns liegenden Wochenende umgehen werden. Weitere Wahlen stehen nun nicht mehr an, doch bedeutet das automatisch, dass die Börsen sich nun wieder erholen werden? Fraglos ist die Wahl in Griechenland wichtiger als die französische und würde ein Wahlausgang, der auf einen Euro-Austritt der Hellenen hindeutet, kurzfristig sicher noch für Unruhe sorgen. Doch Sie kennen meine Einstellung: Am Ende hängt die weitere Tendenz davon ab – wie Altmeister André Kostolany es sagte – ob es mehr Dummköpfe gibt, als Papiere, oder mehr Papiere als Dummköpfe – und damit letztendlich von der Stimmung. Sie verrät uns, sofern wir sie richtig deuten, den Investitionsgrad der Anleger. mehr lesen

Erster Blogger-Fonds

Liebe Leser,

es ist soweit, der erste von mir zukünftig gemanagte Fonds mit dem Namen „Riße Inflation Opportunities Fonds UI“ ist genehmigt und steht zur Zeichnung bereit. Das ist ein wichtiger Meilenstein und großer Moment in meiner Börsianer-Karriere. Hier möchte ich nun beweisen, dass ich die hier oft richtigen Prognosen auch in Anlageerfolg umwandeln kann. Es ist so gesehen der „Fonds zum Buch“, und soweit ich es beurteilen kann, der erste Fonds eines „Börsenbloggers“ im deutschsprachigen Raum.

Der Fonds ist natürlich auch für meine Blog-Leser gedacht, und ich würde mich freuen, wenn neben den institutionellen Investoren, die bereits zugesagt haben, viele meiner Leser sich in der bis zum 29.6.2012 laufenden Zeichnungsphase beteiligen würden. Die Mindestanlagesumme liegt bei nur 100 Euro. Bei Interesse finden Sie hier alle Information zum „Riße Inflation Opportunities Fonds UI“.

Beste Grüße

Ihr
Stefan Riße

Alles nur Technik!

Der gestrige Tag, hat wieder schön vor Augen geführt, wie viel doch Technik ist und wie wenig die kurzfristige Tendenz mit der Nachrichtenlage zu tun hat, wie uns die Börsenkommentatoren weiß machen wollen. Aber was sollen sie auch tun, es ist ihr Job, und es war auch mal meiner. Denn es ist dem breiten Publikum in „Börse im Ersten“ nicht zu vermitteln, dass es die Short-Spekulanten waren, die hier gesqueezed wurden, nachdem sie zuvor aufgrund des Bruchs der 200-Tage-Linie sich auf diese Seite geschlagen hatten. Dass würde niemand verstehen, ist aber vermutlich gestern der Grund für den Anstieg gewesen. Denn seien wir ehrlich, die Nachrichten hätten sich viel leichter negativ als positiv interpretieren lassen. EZB-Chef Mario Drahgi hat die Zinsen unverändert gelassen und wirklich nichts konkretes gesagt, was auch krisenlösende Maßnahmen schließen ließ. Und die Fed hat im Beige Book auch nicht auf Quantitative Easing 3 hingedeutet.
Es dürfte tatsächlich eher damit zu tun gehabt haben, dass alle die 5.800 anvisiert und sich entsprechend positioniert hatten. Und wie so oft passiert dann eben das Gegenteil. Nun bleibt abzuwarten, ob es nur eine kurzfristige Erholung war, und wie nochmals auf Tauchstation gehen müssen, um die Angst weiter zu erhöhen – oder ob es das jetzt war. Vor dem Anstieg wurde das morgens geöffnete Gap glücklicherweise noch kurz geschlossen, so dass zumindest diesbezüglich kein Grund besteht nochmals auf die 6.000 Punkte zu sinken. Die Stimmung gemessen aber Hulbert Stock Newsletter Senitment Index ist durch den Anstieg gestern übrigens nicht gestiegen, sondern bezogen auf die Nasdaq sogar wieder auf minus 47,1 Prozent gefallen. Das ist aus antizyklsicher Sicht natürlich positiv. Denn wenn sich die Stimmung mit steigenden Kursen sofort verbessert, ist der Anstieg zumeist nur von kurzer Dauer.

Panikanzeichen nehmen zu!

Der DAX hat heute Morgen erneut mit Verlusten gestartet und die 6.000 Punkte unterschritten. Nun beginnt die Panik plötzlich in den Anlegern aufzusteigen, die sich die Frage stellen, ob der Euro nun zerbricht. Harald Weygand von Godmodetrader sieht Polen offen, Mr. Dax, Dirk Müller, sieht nun als nächste Marke die 5.850 Punkte und malt ein düsteres Bild von Europa. Das ist aus antizyklischer Sicht eigentlich gut. Müller, den ich persönlich sehr schätze, rechnete am Jahresende 2011 für den Jahresbeginn mit weiter sinkenden Kursen. Wie wir wissen, passierte das Gegenteil. Als der DAX dann über 7.000 Punkte stieg, kam Focus Money mit dem Titel “DAX 8.000! Was kaufen? Mr. Dax – Auf diese Aktien setzt Dirk Müller – Plus: Warum er so optimistisch ist.” Davon ist nun keine Rede mehr. Für mich ist es nur ärgerlich, dass ich damals diesen Titel nicht besser als Kontraindikator interpretiert habe. Denn hier liege ich mit meinem damaligen Optimismus ja genauso schief wie er, wenngleich ich zum Jahresende 2011 zumindest auch schon Optimist war, und nicht erst mit den steigenden Kursen, die Pferde gewechselt habe. Dennoch soll der hier dargestellte Stimmungswechsel von Müller bitte nicht als Häme verstanden werden. Es zeigt nur sehr deutlich, den typischen Stimmungsverlauf innerhalb von Auf- und Abwärtszyklen.
Auch wenn ich – weil ich nur eine geringere Korrektur erwartet und den positiven Einfluss der stark gefallenen Anleiherenditen kurzfristig überbewertet habe – nicht besonders gut liege, seit der Wahl in Frankreich, wechsle ich aber auch jetzt nicht die Pferde, sondern bleibe optimistisch. Mittlerweile verabschieden sich Anleger aus den gehebelten Long-ETFs und das Geld fließt in gehebelte Short-ETFs. Auch das ist ein guter Kontraindikator.
Dennoch, sollte ich mich weiter irren und es weiter abwärts gehen, hier die nächsten noch offenen Gaps aus dem vorherigen Aufschwung, gemessen am mittlerweile ausgelaufenen März DAX-Future. Die Kassa-Kurse dürften jeweils ein paar Punkte darunter liegen. 6.049, 5.632 und 5.463. Doch Vorsicht. Kein Gesetzt sagt, dass diese geschlossen werden müssen. Auch aus dem Aufschwung ab März 2009 sind noch Gaps offen, die bisher nicht geschlossen wurden.

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