Kommen die Bären jetzt ins Schwitzen?

Es ist derzeit greifbar, wie alle auf einen Rückschlag warten, der aber nicht kommen will. Stattdessen lief der Markt heute Morgen schon wieder nach oben und hat die Marke von 7.000 Punkten im DAX geknackt. Das Gap zum Vortag hat er damit geschlossen. Es kann aber auch sehr gut ohne Rückschlag weiter nach oben laufen und die Bären so richtig ins Schwitzen bringen, bevor dann tatsächlich der Rückschlag kommt. Ich glaube viele institutionelle Anleger bekommen in dieser Region zunehmend ein Problem. Mir gefällt‘s! Zwar gibt es auch ein paar Stimmungsindikatoren, die schon einigermaßen viel Optimismus anzeigen, wie den Hulbert Stock Newsletter Sentiment Index (HSNSI). Doch wie bereits in vorherigen Beiträgen erwähnt, hatten wir Werte in dieser Region auch bereits im Januar gesehen, die Jahresanfangsrallye kam dann jedoch erst so richtig in Fahrt. Wohltuend ist auch die Tatsache, dass die US-Börsenbriefe nach Lesart von Investor‘s Intelligence, die schon seit langer Zeit eigentlich nicht genug Pessimismus zeigen, in den vergangenen Wochen zumindest konträr zum Aufwärtstrend an Zuversicht verloren haben. Zudem gibt es Phasen, wo gute Stimmung mit großen und Phasen, wo gute Stimmung mit nur kleinen „Anstandspositionen“ unterlegt ist. Ich denke, aktuell ist eher letzteres der Fall.
Bei der Unterscheidung dieser Feinheiten fängt das Handwerk der Sentiment-Analyse im Grunde, rein statisch betrachtet geben sie zu häufig Fehlsignale. Das Sentiment-Bild eines Marktes gleicht dem eines Impressionisten. Es sind ein paar Striche und Tupfer, die nur andeuten und sehr viel ist am Ende Interpretationssache des Betrachters. Viel Erfahrung ist von Nöten. Mal sehen, ob ich es derzeit richtig interpretiere. Es bleibt spannend.

Quo Vadis Draghi & Bernanke

Fundamentale und stimmungstechnische Betrachtung.

Die Märkte lassen an Spannung nicht zu wünschen übrig, und alle schauen nun auf die beiden Herren, die qua ihrer Position offenbar wichtiger denn je für die weitere Entwicklung der Märkte sind. Der eine heißt Mario Draghi tagt am Donnerstag und ist Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) und hat sich vergangene Woche schon folgenschwer zu Wort gemeldet, indem er versicherte, alles zu tun, was notwendig sei um, den Euro zu retten. Der andere, Ben Bernanke, ist Chef der US-Notenbank Federal Reserve (FED), und soll aus Sicht der Marktteilnehmer heute Abend doch bitte ankündigen, erneut US-Staatsanleihen zu kaufen und so durch Quantitative Easing 3 die Märkte mit Liquidität zu fluten. Schlechte US-Konjunkturdaten werden derzeit deshalb zu guten Daten, erhöhen diese doch die Wahrscheinlichkeit dieser Maßnahme.
Interessant bei der Betrachtung sind zum aktuellen Zeitpunkt drei Fragestellungen:
1. Wird es zu den erwünschten Maßnahmen kommen, oder anders ausgedrückt, werden die Markteilnehmer in Ihrer Erwartung befriedigt oder enttäuscht werden?
2. Wie werden die Märkte kurzfristig auf das eine oder das andere Szenario reagieren?
3. Wie werden die Märkte sich langfristig weiter entwickeln?
Zunächst lässt sich für mich festhalten, dass die Aussagen Mario Draghis voll in mein Szenario passen. Ich halte es für annähernd ausgeschlossen, dass der Euro in nur wenigen Monaten zerfällt, wie einige Ökonomen erwarten. Zwar sehe auch ich den Euro keineswegs für auf immer und ewig gerettet an, doch zum aktuellen Zeitpunkt wird die Politik dies nicht zulassen, oder man kann es auch einfach ausdrücken: Wird Deutschland es nicht zulassen. Denn es ist – mal abgesehen von Finnland – allein Deutschland, das noch auf die Bremse tritt, doch wer glaubt, dass wir mit unserer Geschichte zum Totengräber der europäischen Währungsunion und Integration werden, wird sich irren. Welcher Politiker will diese Entscheidung auf sich nehmen. Denn es geht nicht, wie von unwissenden Ökonomen fälschlicher Weise behauptet wird – nicht um deutsche Steuergelder, sondern um die Frage, ob die EZB bereit ist, wie ihr amerikanisches, britisches und japanisches Pendant Staatsanleihen aufzukaufen und damit weiteres Inflationspotenzial aufzubauen. Draghi hat mit seinem Satz: „Seien Sie sicher, es wird reichen!“ klar gemacht, dass Notenbanken in einem Papiergeld-System omnipotent sind, und Deutschland wird nicht hingehen und die EZB kastrieren, um hier im Bild zu bleiben. Auch dies wäre am Ende ein Eingriff in die viel beschworene Unabhängigkeit der Notenbank. Auch für Deutschland wäre ein sofortiger Euro-Zusammenbruch viel zu teuer. Und es gibt zudem auch Argumente für ein Festhalten an der Rettungspolitik entgegen der Meinung einiger wild gewordener Ökonomie-Professoren. Denn Länder wie Irland, Portugal, aber auch Spanien mit einer zuletzt stark verbesserten Handelsbilanz machen Fortschritte bezüglich der Rückgewinnung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. mehr lesen

Gold doppelt unterstützt

Als im vergangenen Sommer die Eurokrise die Finanzmärkte in ihrem Bann hielt, da drehte sich alles ums Gold. Die Titelblätter zum Thema Gold in den Anlage- und Wirtschaftsmagazinen häuften sich nur so. Gold seien der beste Schutz und Versicherung gegen die Währungskrise, lautete zusammengefasst die einhellige Botschaft.
Heute, rund ein Jahr später, hat die Eurokrise die Märkte wieder voll im Griff und die Situation ist keineswegs weniger brisant als im vergangenen Jahr. Im Grunde ist sie brisanter, weil mit Spanien und Italien nun die den neben Deutschland und Frankreich größten Volkswirtschaften das Schicksal droht sich nicht mehr am Kapitalmarkt refinanzieren zu können.
Doch von Gold ist auf den Titelblättern weit und breit nichts zu lesen. Warum eigentlich? Ganz einfach, Gold steigt derzeit nicht, und ist deshalb kein Thema, denn das Publikum lässt sich für Anlagen immer nur dann begeistern, wenn sie bereits stark gestiegen sind. Es zeigt sich aber auch wieder einmal, dass die fundamentalen Erwägungen, die stets als Grund für Kursbewegungen herangezogen werden, mit diesen meistens herzlich wenig zu tun haben.
So mussten die Anleger, die im vergangenen Sommer bei Kursen von 1.800 bis 1.900 US-Dollar ins gelbe Edelmetall geflüchtet sind, erleben, wie der vermeintlich sichere Hafen zunächst einmal Kursverluste von zehn bis 20 Prozent einbrachte und seitdem seitwärts tendiert. Genau hiervor hatte ich in meinem Blogbeitrag bereits Ende September vergangenen Jahres gewarnt, mit der klaren Ankündigung, dass vor dem zweiten Halbjahr 2012 nicht mit neuen Höchstkursen zu rechnen sei. Die Titelblätter und 82 Prozent optimistische US-Anlageberater nach Lesart von Consensus, deuteten auf eine spekulative Blase hin, die zunächst platzen muss, bevor der Markt bereinigt ist. Und nur wenn ein Markt auch über einen längeren Zeitraum auf vermindertem Niveau seitwärts gelaufen ist, haben die Bestände in feste Hände gewechselt, die auch bei fallenden Kursen nicht mehr verkaufen und somit das Angebot abebben lassen. Erst dann kann ein neuer Anstieg beginnen. mehr lesen

Wieder nur eine Erholungsrallye, oder jetzt die Wende?

Nach den Kursgewinnen vom Freitag, hat der Markt heute Morgen zunächst genauso reagiert, wie am Tag nach den Kursgewinnen, die auf den letzten Euro-Gipfel gefolgt waren. Zunächst setzten Gewinnmitnahmen ein, doch dann drehte der DAX und konnte in den folgenden Tagen seine Gewinne sogar weiter ausbauen. Insofern hab ich das Gefühl, dass sich die Richtung nun irgendwann entscheidet. Welche Richtung dies sein wird, ist immer noch schwer zu sagen, weil eine doch sehr vorsichtige Stimmung in Europa nach wie vor zu viel Optimismus in den USA gegenübersteht. So notiert der Hulbert Stock Newsletter Sentiment Index (HSNSI) bei nochmals leicht erhöhten 53,2 Prozent, während bei den an sich gut informierten Insidern Verkäufe gegenüber Käufen überdurchschnittlich ausfallen. Und dennoch bleibe ich verhalten optimistisch. Denn am 9. Februar dieses Jahres hatten wir beim HSNSI sogar Werte von über 56 Prozent, die nicht verhinderten, dass die Wall Street bis zum 2. April weiterstieg. Die Börsenbriefe nach Lesart von Investors Intelligence in den USA waren am 9. Februar leicht pessimistischer, historisch gesehen aber auch zu diesem Zeitpunkt näher an einem Verkaufs- als einem Kaufsignal.
In Deutschland ist die Stimmung derzeit hingegen schlechter, als zum besagten Zeitpunkt am Jahresanfang. 34,8 Prozent optimistische und 3,7 Prozent pessimistische Börsenbriefe, stehen heute nur 23,2 Prozent zuversichtlichen und 15,2 Prozent negativ gestimmten Börsenbriefautoren gegenüber. Bei Sentix ein ähnliches Bild. Damals rund +0,1 steht heute ein Wert von rund -0,1 Prozent im kurzfristigen Sentiment gegenüber.
Sollte sich der positive Trend durchsetzen, dann kann ab einem gewissen Niveau vielleicht so im Bereich 6.700 und 6.800 Punkten die Briefseite plötzlich wieder völlig leer sein und der DAX auch schnell auf über 7.000 durchziehen.
Entpuppen sich die Gewinne vom Freitag hingegen nur als zwischenzeitliche Erholungsrallye, rechne ich zunächst nicht mit einem Absturz, sondern im Bereich von 6.000 bis 6.200 Punkten mit seitwärts laufenden Kursen.
Meine Strategie ist damit klar. Mit Optionskonstruktionen dabei sein, falls es stark nach oben geht, setzt sich hingegen eine Abwärtstendenz durch, nur unterdurchschnittlich verlieren.

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