Ist das der letzte “wash out”?

Liebe Blog-Leser,
Sie hören gerade etwas zu selten von mir. Das liegt daran, dass ich gerade voll in meinem Fondsprojekt stecke, wozu es hier dann auch am Wochenende News gibt. Neugierige finden bereits alles auf der Homepage der „HPM Hanseatischen Portfoliomanagement“ gibt.
Ich find es toll, wie intensiv die Blog-User hier schon im Bereich Fragen & Antworten miteinander diskutieren, so dass für Content auch gesorgt wird, wenn ich es mal nicht schaffe.
Die Frage, ob wir eine Korrektur wie im Sommer 2009 bekommen, ist heute klar beantwortet worden. Die Korrektur ist ausgedehnter als damals und auch unterlegt von einer viel größeren Angst, die sich hier austobt. Naja, man kann nicht immer richtig liegen.
Was mir im Gold glänzend gelang, klappt am Aktienmarkt jetzt nicht. Ich werde aber hier nicht wieder zum eigenen Kontraindikator werden, wie im vergangenen Herbst. Einige werden sich erinnern. Es bleibt für mich klar, dass Aktien vollkommen unterbewertet und Anleihen nach normalen Maßstäben vollkommen überbewertet sind. Doch offenbar müssen nun zunächst noch einige, die das auch so sahen, raus geschmissen werden.
Was die Stimmungsindikatoren betrifft, so ist diese Aufgabestimmung langsam immer stärker abzulesen. Viele befinden sich mittlerweile am Rande oder in der Kaufzone, egal, ob Put/Call-Ratios, Deutsche Börsenbriefe, AAII, Hulbert etc. Aber sie sind es noch nicht ganz vor allem in den USA sind wir mit 53 Prozent Konsensus Optimisten noch im neutralen Bereich wie auch mit den Börsenbriefen nach Lesart von Investors Intelligence. Das bedeutet, ein letzter „wash out“ kann noch stattfinden. Möglichweise wurde dieser heute bereits eingeleitet, mit dem nachhaltigen Bruch der 200-Tage-Linie im DAX.
Doch ich sage auch ganz klar, wenn es jetzt wieder in Richtung 5.000 geht und wir am Jahresende nicht deutlich höher stehen, müsste ich eingestehen, mich fundamental geirrt zu haben. Das kündige ich hier schon an und werde ich auch dann nicht verschweigen.

Diese böse Börse

In diesen Tagen zeigt sich wieder, warum nur wenige für die Börsenspekulation gemacht und dabei erfolgreich sind. Die selbsterklärten Gegner des Marktliberalismus die den „Spekulanten“ als Schmarotzer der Gesellschaft geißeln, habe keine Vorstellung davon, wie schwierig dieses Betätigungsfeld eigentlich ist. Das Bild des Spekulanten, der mit großen Summen, die Kurse beliebig beeinflussen kann und so seinen mehr oder minder risikolosen Reibach auf Kosten der Gesellschaft macht, ist eine Mär. Auch Banken wie JP Morgan können mal eben zwei Milliarden Dollar in den Sand setzen, wie wir jetzt gesehen haben.

Der Privatanleger darf dies durchaus als trostreich wahrnehmen, wenn er immer wieder Rückschläge einstecken muss, wie vielleicht auch aktuell. Viele hatten die Jahresanfangsrallye verpasst, und waren dann entweder auf den fahrenden Zug aufgesprungen oder hatten den Rückschlag zum Einstieg genutzt. Im Zuge des jüngsten Kursrutsches werden viele nun die Angst haben, in eine Bullenfalle getappt zu sein. Denn an jeden Tag, an dem die Kurse weiter fallen, wird die eigene optimistische Sichtweise einer harten Nervenprobe unterzogen. Zum einen durch die fallenden Kurse an sich, zum anderen durch die Nachrichten aus Griechenland die sie begleiten. weiterlesen

Sieg der Stimmungsanalyse

Das vergangene halb Jahr hat wieder einmal gezeigt, wie wenig die Börsentendenz mit den offiziellen Begründungen zu tun hat.

Wie sehr die Börsentendenz von der Positionierung der Anleger abhängt, und wie wenig sie am Ende mit den in den Börsenkommentaren als Begründung gelieferten Nachrichten zu tun hat, darüber legen die vergangenen sieben Monate eindrucksvolles Zeugnis ab. Ende August vergangenen Jahres waren noch gerade 29 Prozent der vom Institut Consensus in den USA befragten Anlageberater optimistisch für den Aktienmarkt. Der Dow Jones Index stand damals bei 11.177 Punkten, mithin 15 Prozent niedriger als heute. Gold hielten dagegen 82 Prozent der Experten für ein gutes Investment. Auch hier war die Konsensus-Meinung grundfalsch. Denn die Feinunze Gold hat seitdem zwölf Prozent an Wert verloren.
Dass es sich hier nicht um einen Zufallstreffer handelt, zeigen die Zahlen des Hulbert Stock- und Hulbert Gold Newsletter Sentiment Index. Ein Wert von minus 10,4 Prozent für den Aktienmarkt Ende August stand einem positiven Wert von 40,3 Prozent für das Edelmetall gegenüber.
Zwangsläufig kommt mir da eines der bekanntesten Börsenbonmots von Börsenlegende André Kostolany in den Sinn, dass er auch nur überlieferte, von einem alten erfahrenen Börsianer, der ihn als jungen Lehrling 1924 an der Pariser Börse über das Geheimnis der Börsentendenz aufklärte: „Alles, junger Mann, hängt hier nur von einer Sache ab.: „Gibt es mehr Dummköpfe als Papiere, oder gibt es mehr Papiere als Dummköpfe“.
Und noch ein andere Weisheit Kostolanys ist durch die jüngste Geschichte wieder eindrucksvoll bewiesen worden, demgemäß an der Börse eben nicht die Nachrichten die Kurse machen, sondern die Kurse die Nachrichten machen. Denn wie lautete im vergangenen Herbst die Begründung, für die immer wieder einbrechenden Aktienkurse? Griechenland! Solange eine Pleite der Hellenen nicht abgewendet sei, könnten die Aktien nicht steigen. Tatsächlich legte der DAX dann seit Jahresanfang mit einem Zuwachs von über 20 Prozent den besten Jahresstart seiner Geschichte hin, obwohl erst vor kurzem die Hilfszahlungen an Griechenland freigegeben wurden. Nach erster Verwunderung über die Kursrallye hatten die Kommentatoren dann auch wieder die passenden Nachrichten parat. Griechenland war plötzlich kein Thema mehr, dafür aber der bessere Ifo-Geschäftsklima-Index, der sich erholende US-Arbeitsmarkt und natürlich die üppige Liquiditätsversorgung durch die Europäische Zentralbank (EZB).
Fraglos hat letzteres natürlich eine Rolle gespielt, doch wäre es der einzig entscheidende Grund, dann hätte Gold ebenfalls von der Liquiditätswelle profitieren müssen, schließlich birgt diese ja auch Inflationsgefahren. weiterlesen

Abstruse Verschwörungstheorien

Für viele Politiker und andere selbsternannte Experten ist die Schuldfrage bezüglich Euro-Krise längst geklärt. Es sind die Spekulanten, oder Zocker, wie sie von anderen genannte werden, die im Gewand von Hedgefonds oder Investmentbanken im Zusammenwirken mit den Ratingagenturen unsere schöne Gemeinschaftswährung kaputt machen. Garniert mit der These des großen Währungskrieges der angelsächsischen Finanzzentren London und New York gegen den Euroraum, kommt jeder Verschwörungstheoretiker auf seine Kosten.
Wie aus dem Handelsblatt vor einigen Tagen zu erfahren war, will die SPD die Bekämpfung der Spekulation und der rücksichtslosen Zocker in und außerhalb der Banken zum Hauptthema im kommenden Bundestagswahlkampf machen.
Das mag womöglich auch gut funktionieren, die Enttäuschung der Wähler ist aber jetzt schon vorprogrammiert, weil die ausgemachten Feindbilder nicht der Grund für die Eurokrise sind und die angestrebten Maßnahmen daher keinerlei Wirkung erzielen werden.
Beginnen wir mit der Finanzmarkttransaktionssteuer. Selbst wenn diese weltweit eingeführt würde, eine Finanzkrise, wie wir sie erlebt haben – mit der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers als traurigen Höhepunkt – würde sie zweifelsfrei nicht verhindern. Schließlich wurde diese nicht dadurch ausgelöst, dass die Subprime-Anleihen, im Sekundentakt hin- und her gehandelt wurden, sondern dadurch dass die in diesen Anleihen verpackten Immobilienkredite mehr oder minder wertlos waren.
Auch der Verbot, der üblicherweise als CDS oder Credit Default Swaps bezeichneten Kreditversicherungen würde nichts bewirken. Die Idee, dass deren Prämien und damit die Zinsen von Griechenland und anderer Problemländern der Eurozone durch die Zocker-Banken und Hedgefonds gezielt nach oben getrieben würden, ist mit Verlaub gesagt, Unsinn! So wie Wetten auf den Ausgang eines Fußballspiels nicht zu mehr oder weniger Toren führen, so bestimmt das „Wetten“ auf eine Pleite Griechenlands, ob diese tatsächlich eintritt. Denn was würde wohl passieren, wenn es die CDS nicht gäbe und auch die Staatsanleihen der Peripherieländer nicht handelbar wären? Spätestens zu deren nächsten Refinanzierungstermin würden die Gläubiger in Kenntnis der Finanzlage ebenso hohe Zinsen verlangen. Wenn nicht sogar noch höhere, im Bewusstsein dessen, dass sie die Anleihen während der Laufzeit weder veräußern, noch gegen Ausfall versichern können. weiterlesen

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