Methode

Ich bin – wie unter dem Punkt “Allgemein” zuvor erwähnt – nicht der Anhänger von nur einer Methode, die zukünftige Entwicklung von Finanzmärkten einzuschätzen. Je nach zu prognostizierendem Zeitraum verwende ich unterschiedliche Methoden, zur Analyse. Dabei ist extrem wichtig zu verstehen, dass ich nicht ständig für jeden von mir beobachteten Markt eine Meinung habe. Oft sind die Einflussfaktoren zu gegensätzlich, um eine Prognose abzugeben. Auch gebe ich keine Prognosen darüber ab, in welchem Zeitraum irgendwelche Entwicklungen stattfinden werden, geschweige denn welchen Kurs ein Index, eine Währung, ein Rohstoff oder ein bestimmter Zins in diesem Zeitraum erreichen werden. Mit solchen Prognosen kann man sich nur blamieren, wie dies die Analysten alle Jahre wieder tun, wenn sie am Jahresanfang irgendwelche Kursziele für den DAX zum Jahresende voraussagen.

Ich gebe Prognosen ab, wenn die Einflussfaktoren, die ich beobachte, mir dafür genügend Sicherheit geben. Ziel ist es dabei, in der überwiegenden Mehrheit der Fälle recht zu bekommen. Wenn es mir auch zukünftig so gut gelingt wie in den vergangenen Jahren, ist das völlig ausreichend um an den Finanzmärkten Geld zu verdienen.

Drei Ansätze verwende ich, um größtmögliche Prognose-Sicherheit zu bekommen:

1. Fundamentalanalyse
Die Untersuchung des grundsätzlichen fundamentalen Trends steht immer am Anfang. Hierbei geht es um die richtige Einschätzung der längerfristigen wirtschaftlichen Entwicklung aus der Überzeugung heraus, dass die Kurse der verschiedenen Vermögenswerte sich irgendwann ihrem fundamental gerechtfertigten Kurs annähern, auch wenn dies manchmal Jahre dauert. Für Prognosen auf kürzere Sicht bzw. das richtige Timing ist die Fundamentalanalyse deshalb auch vollkommen unbrauchbar, dennoch handel ich nur sehr selten gegen den fundamentalen Trend, da er zumindest eine grundsätzliche Unterstützung der eingeschlagenen Richtung gibt. Damit erhöht sich automatisch das Chance/Risiko-Verhältnis.

2. Liquiditätsanalyse
Hierunter verstehe ich, den Einfluss einzuschätzen, der von kurz- wie langfristigen Zinsentwicklungen, Geldmengenwachstum oder wie dem aktuell stattfinden quantitative Easing, mit dem der Aufkauf von Anleihen durch Notenbanken beschrieben wird, ausgeht. Dahinter steckt die ganz einfache Überlegung, dass Liquidität das Lebenselixier jedes Finanzmarktes ist. Ohne kann er nicht steigen, da nützen auch die besten Fundamentaldaten nichts. Oft und zuweilen auch über längere Zeiträume von einigen Jahren kann der Einfluss der Liquidität und nicht der der Fundamentaldaten dominierend sein. Gerade in den vergangenen Jahren war dies aufgrund der hohen Liquiditätsschöpfung durch die Notenbanken oft der Fall.

3. Sentimentanalyse
Ist der fundamentale Trend auf meiner Seite, und ist auch genügend Liquidität vorhanden, um diesen zu unterstützen, erfolgt die Analyse der Anlegerpsychologie. Dabei geht es darum, heraus zu finden, wie das Sentiment  oder zu Deutsch die Stimmung der Anleger ist. Dieses Feld ist mein spezielles Steckenpferd zu dem ich auch Kolumnen wie das Stimmungsbarometer in Focus Money schreibe. Es ist ein antizyklischer Ansatz, mit dem versucht wird, die Positionierung der Anleger herauszufinden. Ist die überwiegende Mehrheit der Anleger optimistisch gestimmt oder vielleicht sogar euphorisch, ist Vorsicht angezeigt. Der Kaufzeitpunkt könnte genau der falsche sein, weil alle optimistischen Anleger natürlich schon investiert sind, und als Käufer in der Zukunft ausfallen. Sind hingegen fast alle pessimistisch, sitzt die Mehrheit der Anleger auf Barbeständen. Diese bilden im Falle eines Stimmungsumschwungs das Kaufpotential von morgen. Gute Kaufzeitpunkte sind deshalb Phasen, in denen eher Skepsis vorherrscht, während in den Optimismus hinein verkauft werden sollte.

Um den Grad an Optimismus und Pessimismus herauszufinden, beobachte ich verschiedene Sentiment-Indikatoren, die ich in diesem Blog immer wieder erwähnen und darstellen werde, wenn sie entsprechende Signale liefern.

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