Anlagestil

Je nachdem welches Anlageziel ich verfolge, und welche Risiken ich bereit bin einzugehen, variiert der Anlagestil. Ein weiterer relevanter Aspekt ist der Zeithorizont einer Anlage. Ich unterteile in drei Kategorien

1. Investieren
Hierunter verstehe ich sehr langfristige Anlagen mit einem geplanten Zeithorizont von drei Jahren bis zu mehreren Jahrzehnten. Vor allem das Anlageziel „Langfristiger Vermögensaufbau“ verfolge ich mit diesem Anlagestil. Ich orientiere mich hier stark an der Philosophie von Warren Buffett. Fundamentale Erwägungen spielen die fast ausschließliche Rolle bei den einzelnen Anlageentscheidungen. Investiert wird in werthaltige Aktien und Fonds, aber zuweilen auch in Anleihen und manchmal auch in Zertifikate. Nur in absoluten Ausnahmen und wenn auch nur in sehr geringem Umfang werden Anlagen gehebelt.

Da ich als „Einzelkämpfer“ in nur begrenztem Umfang einzelne Aktien in ihrer Tiefe analysieren kann, orientiere ich mich hier stark an der „Finanzwoche“, dem meiner Ansicht nach einzigen deutschen Börsenbrief, der lesenswert ist. Der Hauptautor ist der Vermögensverwalter Dr. Jens Ehrhardt, mit dem ich einen regelmäßigen persönlichen  Austausch pflege, und der dankenswerterweise auch ein Vorwort zu meinem aktuellen Buch “Die Inflation kommt” geschrieben hat.

2. Spekulieren
Ich wurde stark von André Kostolany geprägt, der sich selbstbewusst als Spekulant bezeichnete. Für ihn war es ein intellektueller Sport, mit Kalkül und messerscharfer Analyse zukünftige Kursbewegungen im Gegensatz zur Mehrheit der Börsianer richtig voraus zu sagen. Wer an der Börse schnell ein großes Vermögen machen will, der muss spekulieren. Spekulation ist der Anlagestil mit dem ich das Anlageziel „Erwirtschaftung überdurchschnittlicher Renditen“ verfolge. Das eigene Kapital zu hebeln ist hierbei obligatorisch. Vor allem setze ich hier auch die Methode des Pyramidisierens ein. Der Anlagehorizont variiert stark und kann von wenigen Wochen bis zu ein paar Jahren dauern.

Fundamentale Erwägungen spielen hier eine Rolle, aber längst nicht die wichtigste. Die richtige Analyse der Liquiditätssituation und der Anlegerpositionierung über das Anlegersentiment sind der Schlüssel zum Erfolg. Vor allem für das richtige Timing ist die richtige Einschätzung der Anlegerstimmung entscheidend. Das perfekte Szenario ist, wenn Fundamental- und die Liquiditätsanalyse für die gleiche Kursentwicklung sprechen, die Mehrheit der Anleger dies aber noch nicht erkannt hat, und die Stimmung insofern gegensätzlich ist. Leider kommt diese Situation nicht oft vor, deshalb muss der Spekulant zuschlagen, wenn sie sich zeigt.

Nach mehr als 25 Jahren Erfahrungen würde ich Spekulation als die Ausnutzung von irrationaIen  Entwicklungen an den Finanzmärkten bezeichnen. Das interessante daran ist, dass es diese nach der noch immer in den Köpfen der Mainstream-Ökonomen herumgeisternde „Kapitalmarkteffizienztheorie“ eigentlich gar nicht geben dürfte. Dieser irrige Glaube an die „Wahrheit“ der Kurse, bietet dem gewieften Spekulanten die schönsten Chancen.

3. Traden
Das „Traden“ habe ich als Anlagestil erst vor einigen Jahren entdeckt. Ich stand dem zunächst sehr skeptisch gegenüber. Meine Abneigung war von zwei Punkten geleitet. Erstens ging ich davon aus, dass der Privatanleger durch die Zeitverzögerung und die höheren Gebühren, die er gegenüber dem direkt auf dem Börsenparkett agierenden Händlern hinnehmen muss, langfristig  der Verlierer ist. Zweitens empfand ich es im Unterschied zur Spekulation als intellektuell zu anspruchslos. Durch die modernen Online-Plattformenmit ihren Realtime Push-Kursen haben sich die vermeintlichen Nachteile für den Privatanleger aber mittlerweile erledigt. Vor ein paar Jahren habe ich deshalb am Anfang nur so  zum Spaß mal mit dem Daytrading begonnen und gewisse Dinge ausprobiert. Mittlerweile habe ich auch hierbei per Saldo Erfolg, und verfolge mit dem Traden die Strategie der “kontinuierlichen Gewinnerzielung”. allerdings setze ich das Traden aus zeitlichen Gründen hauptsächlich über automatisierte Ansätze um.

Als Analysemethode kommt hier nur noch die Börsenpsychologie in Frage, die Liquiditäts- oder Fundamentalanalyse nützt für die Prognose von Kursbewegungen innerhalb eines Tages natürlich gar nichts mehr. Und auch die klassischen Sentiment-Indikatoren sind wertlos. Ich versuche mich nach Möglichkeit nur antizyklisch zur Tagesstimmung zu verhalten. Heißt es in den Börsenkommentaren morgens, Händler rechnen mit einem festen Tag an der Börse, passiert meistens das Gegenteil. Ansonsten ist auch mein Handel hier technisch geprägt, wobei meine Methoden äußerst unkonventionell sind. Mehr dazu unter “Handelsstrategien”.

 

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