Allgemein

In dem, was ich an der Börse mache, und wie ich Finanzmärkte analysiere, bin ich grundsätzlich nicht zu kategorisieren in Fundamentalist, Charttechniker oder ähnliches. Wenn es irgendein Leitmotiv gibt, dem ich folge, dann ist es allen voran der gesunde Menschenverstand gepaart mit Intuition. Letztere speist sich vor allem aus Erfahrung. Ich bin über die Jahre auch zu der Überzeugung gelangt, dass die Verfolgung einer einzigen Methode wie der klassischen Charttechnik nicht zum Erfolg führt. Mit ein paar Unterstützungslinien, gleitenden Durchschnitten und Standardformation wie Raute, Wimpel, Kopf-Schulter-Kopf lässt sich die Börse genauso wenig dauerhaft erfolgreich prognostizieren, wie mit Elliot-Wellen. Dafür ist das Thema dann doch zu komplex, und haben weltpolitische Ereignisse einen viel zu großen Einfluss, als das man sie einfach ausblenden und in irgendwelchen Linien abhandeln könnte. Das muss auch so sein, denn wenn sich durch das Einzeichnen von ein paar Trendlinien nach der klassischen Chartlehre kontinuierlich Geld verdienen ließe – und hier setzt der gesunde Menschenverstand ein – würde wohl kaum jemand mehr auf der Welt sich früh morgens aus dem Bett quälen und zur Arbeit fahren. Es gibt nach meiner Beobachtung auch keine Anlegergrößen, die mit dieser Methode letztlich Erfolg gehabt hätten. Ob Warren Buffet oder George Soros, sie alle machen sich Gedanken über die Auswirkung der vielen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, die die Tendenz an den Finanzmärkten bestimmen. Ich weiß, dass viele Leser jetzt protestieren werden, wie auch mein geschätzter Kollege und Chartist Wiland Staud dies täte. Ich trete auch nicht an, um zu bekehren, sondern tue nur meine Meinung kund. Eingefleischte Chartisten werden auf meinem Blog insofern nicht fündig werden. Mehr dazu in “Warum gibt es diesen Blog?”. Das bedeutet aber nicht, dass ich mir Charts gar nicht anschaue. Zum sondieren von Stopp-Marken nutze ich sie schon ab und zu. Auch schaue ich mir immer an, was die Mehrheit der Charttechniker prognostizieren, da sie sich oft als guter Kontraindikator erwiesen haben.

Natürlich ist mir bewusst, dass es durchaus sehr erfolgreiche Hedgefonds gibt, die bestimmte Marktmuster nutzen und über Jahre hohe Renditen erzielen. Auch diese bauen natürlich auf Markttechnik auf, doch sind die dahinter stehenden Algorithmen wiederum so komplex, dass sie mit der vermeintlich einfachen Charttechnik nichts mehr gemein haben. Wer in diesem Bereich Erfolge erzielt, zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er bzw. die von ihm programmierten Computer Marktmuster früher erkennen als andere. Ein Handelssystem, das ein für alle Mal Erfolge erzielt, wird es nach meiner Überzeugung niemals geben. Viel zu leistungsstark sind die Computer heute, als dass nicht andere Marktteilnehmer das Muster auf dem es basiert, auch irgendwann entdecken würden. Ist irgendwann eine kritische Größe an Kapital erreicht, das nach dem gleichen System investiert, wird an den Signalpunkten so viel Angebot und Nachfrage erzeugt, dass sich das Handelssystem am Ende selbst zerstört. Man muss sich immer verdeutlichen, dass an der Börse Ursache und Wirkung nicht in einem einseitigen Verhältnis zueinander stehen, sondern einen Kreislauf bilden, wie es George Soros in seiner „Theorie der Reflexivität“ treffend beschrieben hat.

Ich bin aber ohnehin kein Mathematiker und Programmierer und handle deshalb vollkommen auf Basis meiner eigenen Ideen. Daher ist das, was ich tue auch für jeden Privatanleger mit entsprechendem Marktzugang nachvollziehbar. Die meisten meiner Strategien sind sehr wenig zeitaufwendig, und lassen sich auch neben einem tagausfüllenden Alltag gut umsetzen.

3 x 3 x 3 = Drei Methoden, drei Anlagestile, drei Anlageziele

 

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