Kommt die Jahresendrallye?

ZeitungscollageDa ist sie nun die Erholung. Sie war überfällig und setzte genau in dem Moment ein, wo Kursziele von 8.500 in der Community herumgereicht wurden und die Analysten reihum ihre Kursziele für den DAX zum Jahresende gesenkt haben. Es ist die immer alte gleiche Geschichte des Herdentriebes. Und selbst der, der sie eigentlich kennt und schon oft erlebt hat, kann immer wieder mitgerissen werden.
Die Frage, die sich nun stellt, ist natürlich klar. Ist das eine Aufwärtskorrektur im Abwärtstrend oder der Beginn einer Jahresendrallye. Für die Charttechniker ist der Abwärtstrend noch intakt. Aber ab rund 10.600 Punkten DAX würden wohl auch sie grünes Licht geben. Was aktuell viel solider aussieht ist der zurückgelegte Weg nach oben. Während die Erholungen nach der Lösung der Griechenlandkrise und nach dem schwarzen Montag am 24. August so rasant verliefen, dass diverse „Overnight-Gaps“ aufgemacht wurden, sind diesmal keine großen Gaps offen. Ein solches Gap liegt vor, wenn der DAX-Future über oder unter dem 22:00 Uhr Schluss des Vortages eröffnet, und auf diese Kursniveau nicht mehr zurückläuft. Warum ist das problematisch? An rationalen Begründungen mangelt es. Nur die Historie hat gezeigt, dass derartige Gaps in aller Regel wieder geschlossen werden. Seit dem Aktienaufschwung ab März 2009 ist nur ein Gap offen geblieben. Insofern sieht der Aufschwung jetzt solider aus.
Stimmungstechnisch ist er ohnehin gut abgesichert. Viele Stimmungsindikatoren haben das Crashniveau von 2011 fast wieder erreicht, oder überbieten dieses teilweise sogar. Das gilt auch für längerfristige Glättungen. Wir sprechen damit über einen Pessimismus, den es in der Form seit vier Jahren nicht gegeben hat. Dividenden sind der neue Zins und Aktien sind alternativlos, die Schlagsätze aus dem Frühjahr, sind nicht mehr zu hören.

Die Liquiditätssituation hat sich zuletzt ebenfalls verbessert. Global sinken die Leitzinsen. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihr Anleihekaufprogramm verlängern und wahrscheinlich auch ausweiten. Bei der Bank of Japan scheint es auch nur eine Frage der Zeit. Und die Zinswende in den USA ist nach dem jüngsten Arbeitsmarktbericht immer unwahrscheinlicher.
Wenn die Zinsen sinken, ist das gut für Aktien, weil die günstigere Kreditaufnahme für mehr Kreditvolumen und damit Liquidität sorgt. Zudem nimmt die Konkurrenz zu Aktien immer weiter ab.
Es bedeutet aber auch, dass die Konjunktur Sorge bereitet. Eine Konjunkturabkühlung sehen wir auch, nicht überall, aber in den USA, in China und vielen anderen Schwellenländern. In Europa sieht es besser aus. Doch zieht China die ganze Welt in eine Rezession, oder die USA oder beide zusammen. Das ist die Frage von der es abhängt, ob wir eine echte Rallye zu neuen Rekorden sehen oder rein liquiditätsgestützt wahrscheinlich unter Schwankungen nur seitwärts laufen. Wenn rezessionsbedingt die Gewinne einbrechen, wird die Liquidität allein es wahrscheinlich nicht richten.
Auch ich habe keine Glaskugel, doch gehe ich nicht davon aus, dass es zu diesem Szenario kommt. Auch der IWF hat zuletzt gesagt, dass China kein „Hard-Landing“ erleben wird. Die USA leiden unter dem starken Dollar. Und längerfristige dürften die USA mit der ungleichen Einkommensverteilung noch größere Probleme bekommen, derzeit ist die Lage aber noch zu solide.
Die Chancen für eine Jahresendrallye stehen daher nicht schlecht. Ob die Hochs aus dem Frühjahr noch erreicht werden, ist schwer zu sagen, in 2016 ist dies aber sehr wahrscheinlich.

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