Es wird heiß!

Financial Markets„Bei diesem monetären Rückenwind kann die Börse eigentlich nur weiter steigen. Nun senkt auch noch die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen und hält sich alle Optionen offen, was ja wohl nur Anleihekäufe nach dem Vorbild der Zentralbanken der USA, Großbritanniens und Japans bedeuten kann. Die Liquidität dominiert einfach und lässt die belastenden Faktoren in den Hintergrund treten.“
Wenn das Ihre aktuellen Gedanken sind, weil Sie bisher auch zu vorsichtig agiert oder zu früh Gewinne mitgenommen haben, dann dürften Sie sich derzeit in großer Gesellschaft befinden. Nichts anderes lässt sich nämlich derzeit aus den Stimmungsindikatoren herauslesen. Diese eigene Wandlung ist aber auch an sich schon ein Warnsignal. In solchen Momenten sind wir auf dem Sprung uns dem Mehrheitslager anzuschließen.

An allen Fronten nimmt der Optimismus derzeit zu. Dominierte im DAX bei Kursen zwischen 8.000 und 9.000 Punkten noch die Gewinnmitnahmebereitschaft, werfen nun die Anleger ihre Zurückhaltung über Bord. So stieg die Anzahl der Optimisten unter den US-Anlageberatern von 68 weiter auf 72 Prozent. Der Hulbert Stock Newsletter Sentiment Index (HSNSI) steigt für Technologieaktien auf wieder 81,3 Prozent an. Zwar gab es bei einigen Stimmungsindikatoren zuletzt auf Wochenbasis einen Rücksetzer, die oft aussagekräftigeren längerfristigen Durchschnitte bei den US-Privatanlegern nach Lesart der American Association of Individual Investors (AAII) wie die der US-Börsenblogger „Ticker Sense“ bewegen sich aber immer weiter in den Bereich historischer Hochs vor. Bemerkenswert ist vor allem, dass die Anzahl der pessimistischen US-Börsenbriefe auf 15,1 Prozent gesunken ist, so Tief wie seit April 2011 nicht mehr. Insgesamt lässt sich sagen, dass sich das Stimmungsbild in den USA in Richtung seiner Levels bewegt, die zuletzt 2011, 2007 und im Jahr 2000 erreicht wurden. Anschließend folgten massive Einbrüche.

Pessimistische US-Börsenbriefe


In Deutschland zeigt sich ein ähnliches Bild. Mittlerweile sind wieder über 40 Prozent der heimischen Börsenbriefe auf steigende Kurse eingestellt. Bei den Privatanlegern ist es das gleiche Bild. Cognitrend misst hier mit 54 Prozent einen weiteren Anstieg von zwei Prozentpunkten zur Vorwoche. Nichts anderes zeigte sich im Brokerage Index der Comdirect. Nach noch großer Gewinnmitnahmebereitschaft im September stieg der Wert von 87,1 auf 98,1 Punkte.
Nur die institutionellen von Cognitrend befragten Anleger werden zunehmend vorsichtiger. Doch liegt das hier befragte Panel häufiger richtiger als falsch und ist damit kein klassischer Kontraindikator.

Deutsche Börsenbriefepositiv

Trotz der sehr guten Stimmung muss es mit den Aktien jedoch nicht umgehend nach unten gehen. Das Chance/Risiko-Verhältnis hat sich aber deutlich verschlechtert. Fraglos ist das Liquiditätsargument valide und sollte eine echte Baisse verhindern, eine schärfere Korrektur kann es dennoch jederzeit geben und die Wahrscheinlichkeit hierfür ist deutlich gestiegen. Vor allem der Zinsanstieg am langen Ende bleibt der Belastungsfaktor, zumal es nicht nur nominal nach oben gegangen ist. Die rückläufigen Inflationsraten haben den Realzins nach Abzug der Inflation stärker steigen lassen, als es auf den ersten Blick aussieht. Fraglos bewegen wir uns trotz dessen immer auf niedrigem Zinsniveau und bleiben Aktien demgemäß attraktiv, aber ein wenig an Alternativlosigkeit haben sie eingebüßt.

Am wahrscheinlichsten erscheint derzeit eine Seitwärtsbewegung, bevor dann eine Korrektur droht, die von der Wall Street ausgehen dürfte und sich am Ende kein Aktienmarkt entziehen können dürfte.

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