Kommt jetzt die große Korrektur?

Die Eurokrise hat uns wieder. Seit Sommer vergangen Jahres war das Thema in den Hintergrund getreten, nachdem der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, erklärt hatte, sich mit unbegrenzten Mitteln hinter den Euro zu stellen. Durch die gerade noch abgewendete Zypern-Pleite unter Einbeziehung der Einlagen, und die bisher gescheiterte Regierungsbildung in Italien, ist das Thema nun wieder aktuell. „Die Angst ist zurück“, titelt Focus Money in dieser Woche, und trifft mal wieder genau den aktuellen Nerv der Anleger. Denn jeder fragt sich natürlich, ob nun die nächste eurokrisenbedingte scharfe Korrektur an den Aktienmärkten kommt. Viele Argumente liegen auf der Hand. Da ist der März, bekannt als Monat für die großen Kurswenden. Auch im vergangenen Jahr begannen die Kurse zu diesen Zeitpunkt an zu fallen. Viele Börsen wie auch der DAX stoßen an ihre Allzeithochs und die Stimmung unter den Börsianern ist überaus optimistisch – immer ein Warnsignal.
Mir erscheint es dennoch zu einfach. Denn die Hinweise auf diese Gefahren sind ausgesprochen vernehmlich zu hören. Ein großer Teil der Investoren dürfte eher vorsichtig agieren, oder sich zumindest in der letzten Zeit abgesichert haben. Das lässt sich sehr schön an den Put/Call-Ratios ablesen, die zuletzt stark gestiegen sind.



Auch andere Stimmungsindikatoren, wie die deutschen Börsenbriefe haben jüngst im Optimismus deutlich nachgelassen. Es fehlen auch die sonst üblichen Hinweise auf die guten Einstiegschancen, die der Rutsch des DAX der vergangenen Tage nun eröffnen würde.

Vor diesem Hintergrund und der Tatsache, dass seitens der Federal Reserve über Quantitative Easing enorme Liquidität in die Märkte gepumpt wird, glaube ich nicht an eine größere Korrektur zum jetzigen Zeitpunkt. Keine Frage, die Eurokrise bleibt aktuell, aber der Markt ist nach meiner Einschätzung noch nicht reif, um darauf heftig zu reagieren. Erst müssen die momentanen Skeptiker zu dem Schluss kommen, dass der Markt kein Abwärtspotenzial besitz, weil es nach kleinen Kursrücksetzern immer wieder nach oben geht. Ist dieser Glaube verinnerlicht, dann kommt die große Korrektur.

  • Gast

    Die KGV im DAX sind niedrig, die Eigenkapitalquoten wurden bei vielen Unternehmen verbessert und dann die Renditen der Anleihen…
    Da das Geld aus den unsicheren Südländern in den “sicheren Hafen” Deutschland fliest, gibt es bei uns nur noch Minizinsen. Die Sparer in Deutschland drohen zum großen Verlierer hinsichtlich der Verzinsung zu werden (und müssen den Kleinsparern im Süden, die höhere Zinsen erhalten noch helfen…). Wohin mit dem Geld wenn man Renditen erzielen will?
    Vielleicht gibt es eine gewisse Korrektur im Rahmen “sell in may” aber das könnte fast schon eingepreist sein. Aktien sind fast “alternativlos”.
    Können denn die Sentiments die Fundamentaldaten so überlagern?

  • http://twitter.com/Mister_3M Martin M. Müller

    Das sehe ich so ähnlich! Eine Korrektur dürfte derzeit noch nicht nachhaltig ausfallen!

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