Sentix-Stimmung springt nach oben

Nach der Ankündigungen der Europäischen Zentralbank (EZB), Staatsanleihen in unbegrenztem Ausmaß zu kaufen und den damit einhergehenden Kursgewinnen, ist die kurzfristige von Sentix gemessene Stimmung stark in den positiven Bereich angestiegen. Vor der EZB-Ankündigung war sie noch gefallen. Das erklärt auch, warum es keine großen Gewinnmitnahmen nach der Entscheidung der Zentralbanker gab. Viele wurden auf dem falschen Fuß erwischt. Ist durch den Stimmungsumschwung der Aufschwung nun Gefahr? Fraglos wäre mir schlechtere Stimmung lieber, doch auch im Gold haben wir gesehen, dass mit dem Ausbruch aus der Seitwärts-Range der Optimismus deutlich gestiegen ist und die Feinunze trotzdem munter weiter im Preis steigt. Die saisonalen Faktoren überwiegen hier und die Investitionsgrade hinter der guten Stimmung sind gering, weil generell Vorsicht herrscht. So könnte es bei den Aktien auch laufen. Im September 2010 haben wir einen sehr stark vergleichbaren Stimmungsumschwung gesehen, und trotzdem gab es anschließend eine 1000-Punkte Rallye. Da kann sich der geneigte Leser nun natürlich auch fragen, wofür die Stimmungsindikatoren denn überhaupt gut sind, wenn sie mit gleicher Ausgangslage mal ein Warnsignal und manchmal auch keines darstellen. Hier ist der Unterschied zur klassischen technischen Analyse. Da gibt es klare Kauf- und Verkaufssignale, wenn gewisse Unterstützungs-, Widerstandslinien oder gleitende Durchschnitte durchbrochen werden. Nur mit dem einen Makel: Sie funktioniert generell nicht. Die Sentiment-Analyse ist immer nur eine Annäherung an das Positionierungsbild und die Interpretation bedarf entsprechender Erfahrung. Ein Markt, der durch viel Liquidität unterstützt ist, was saisonal oder auch durch entsprechende Notenbankpolitik ausgelöst sein kann, ist in der Lage entsprechend gute Stimmung länger zu tolerieren, als ein Markt dem diese Unterstützung fehlt. Aus diesem Grund ist die Sentimentanalyse auch nur ein Teil meiner Methode in meiner Anlagephilosophie und des von mir verfolgten Investmentprozesse „FLS_Methode“ innerhalb des von mir gemanagten Investmentfonds „Riße Inflation Opportunities UI“. Sich allein auf sie zu verlassen ist gefährlich. Denn ob eine Korrektur in einem bestehenden Trend bevorsteht, oder eine generelle Trendumkehr bevorsteht, kann die Analyse der Stimmung nicht unterscheiden. Aus diesem Grund würde ich in einer Situation, in der die Stimmungsindikatoren zur Vorsicht raten auch nie auf fallende Kurse spekulieren, wenn der längerfristige fundamental Trend nach oben zeigt. Das habe ich auch im vorherigen Leitartikel zum Gold nicht getan. Die empfohlenen Optionen zur Absicherung laufen dann eben wertlos aus. Aber es entsteht kein Verlust.
Es ist zudem auch ein Unterschied, ob Stimmungswerte erst gerade eben, oder über einen längeren Zeitraum kritische Marken erreicht haben. Das zeigt auch die Erfahrung aus dem Frühjahr mit dem Hulbert Stock Newsletter Sentiment Index (HSNSI) Je länger sich die Werte auf hohem Niveau befinden, desto mehr Positionierung steht dahinter und desto gefährlicher wird es. Die Rallyes in den Edelmetallen und bei Aktien können also noch weiter gehen.

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