Schweizer Franken

Gerüchten zufolge will die Schweiz den Franken zunächst an den Euro koppeln. So berichtet es die „Schweizer Sonntagszeitung“. Schon am Mittwoch könne eine Kopplung bei ein 1,10 Franken pro Euro festgelegt werden, heißt es. Für die Schweiz ist das ein gefährliches Unterfangen. Obwohl im Unterschied zum chinesischen Yuan der Franken frei konvertierbar ist, müsste die Schweizer Nationalbank (SNB) ab dem festgelegten Kurs alles an ausländischen Devisen aufkaufen, das zu tieferen Kursen angeboten würde. Die (SNB) würde damit in jeder weiteren Euro-Krise in kürzester Zeit enorme Devisenreserven anhäufen. Dabei ist zu bedenken, dass die Schweiz, auch wenn die Währung Weltgeltung hat, ein doch verhältnismäßig kleines Land ist. Die Kapazitäten hierfür sind zwar theoretisch unbegrenzt, weil die Schweiz den Franken selbst druckt, praktisch aber natürlich nicht, will die SNB keine Vervielfachung der Geldmenge und damit eine Hyperinflation riskieren.
Es kann insofern darauf spekuliert werden, dass der feste Wechselkurs nicht ewig zu halten sein und unter dem Druck des Finanzmarktes dann doch irgendwann wieder aufgewertet werden wird. Nach oben hingegen dürfte er gedeckelt sein, denn die Meldungen sind bisher so zu interpretieren, dass es einen starren Wechselkurs oder Wechselkursspanne geben soll und nicht nur eine Interventionsschwelle. Da mit Abwertungsdruck für den Franken in der aktuellen Situation kaum zu rechnen ist und die SNB mit ihren ohnehin schon zu großen Devisenreserven diesem spielend entgegenwirken könnte, wäre das Abwärtsrisiko extrem gering.
Für den Spekulanten ergeben sich hieraus interessante Möglichkeiten. Er kann auf eine Aufwertung des Schweizer Franken setzen, ohne eine Gegenbewegung fürchten zu müssen.
Meldungen wie die vom Wochenende über eine mögliche Zustimmung Deutschlands zu gemeinsamen Eurobonds wären dann keine Gefahr, während eine Ablehnung dieser und ein drohendes Auseinanderbrechen des Euros enorme Gewinne bedeuten könnten. Denn in diesem Fall wäre der Kurs des Franken sicher nicht zu halten.
Man sollte daher gespannt die Nachrichten aus der Alpenrepublik verfolgen.

  • Stefan R

    Hallo Herr Riße,

    Sehr interessant die Theorie mit dem short auf Schweizer Franken.
    Nun werden in der Schweiz die Stimmen in Politik und Medien immer lauter die einen Wechselkurs von 1,25, 1,30 ja sogar 1,40 für richtig und anscheindend durchsetzbar halten.
    Wie es aussieht gelingt es den Schweizern auch den derzeit vorgegebenen Kurs von 1,20 gut zu verteidien.
    Und was passiert wenn uns der Euro Laden um die Ohren fliegt und einige südliche Länder ausscheiden dann würd sich wohl ein sogenannter Nord Euro gegenüber den Franken wieder gut behaubten.
    Ich hab auch einen Kredit in Schweizer Franken laufen, wie würden sie derzeit damit umgehen ( noch 10 Jahre) – lassen, umschichten?
    Könnte momentan so mit plus misnus null raus.
    Danke für die wetvollen Tips.

    • Stefan Riße

      Da würde ich eher raus gehen. Ich denke, dass wir werden in der Eurozonse höhere Infkationsraten sehen, als in der Schweiz, und der Franken daher vor allem langfristig weiter unter Aufwertungsdruck stehen wird. Die Wechselkurse sind natürlich kein Wunschkonzert und die Anstrengungen der SNB werden bereits enorm sein. Den Kurs noch höher zu schrauben, wird die Währungsreserven und dei Geldmenge enorm aufblähen. Jetzt hilft aber zunächst einmal der Short Squeeze.

  • Roman Wiktora

    Sehr geehrter Herr Riße,

    fundamental bin ich ja wie Sie schwerst dagegen, aber bieten sich nicht momentan kurzfristige Gewinnchancen bei EUR/CHF long, wenn die SNB die Kurs auf keinen Fall unter 1,20 fallen lässt und ich einen Einstiegspunkt relativ eng an diesem Wert erwische? Natürlich, mathematisch gesehen ist das ein Spiel ohne Risiko, aber wie sicher würden Sie eine solche Aussage der SNB einstufen? Denken Sie auch, bei 1,20 ist jetzt mal kurz- u.mittelfristig Stop nach unten?

    • Stefan Riße

      Ich denke die SNB kann das nicht ewig durchhalten. Es wird sie heute wieder unfassbare Summen gekostet haben. Ohne Kapitalverkehrkontrollen bleibt das ein unmögliches Unterfangen. Natürlich kann der Kurs auch über 1.20 steigen durch mögliche Short-Squeezes, aber viel Aufwärtspotenzial sehe ich nicht. Das macht diesen Trade sehr attraktiv.

  • O. Mayer

    Hallo Herr Riße
    Bevor ich meine Fragen zum S Franken stellen konnte haben Sie schon die Antworten in Ihren neuen Beitrag geliefert.
    Sind Kurse im Schweizer Franken um 1,12 Kaufkurse oder könnte es noch bis 1,16 gehen?
    Bei Gold ist die Verkaufsneigung derzeit sehr hoch!
    Aber welchen anderen sicheren Hafen gibt es denn sonst noch?
    Wie währe es mit geschlossenen Imobilienfronds in Australien wenn mann das Geld die nächsten 10 Jahre nicht braucht?
    Wenn Eurobonds kommen wird auch der Kredit für den Bürger teurer?
    Soll mann schnell noch für 10 Jahre abschliesen?
    Gruß Otmar

    • Stefan Riße

      Ein kurzeitiges Überschießen ist natürlich möglich, zumal wir natürlich nicht wissen, ob 1,10 wirklich der Kurs ist. Wenn man auf Sicherheit aus ist, vielleicht ersteinmal abwarten, bis er feststeht.
      Gold sollte Kerninvestment bleiben, wenngleich die Rückschlagsgefahr steigt. Hebel, sofern eingesetzt, daher geringer halten.
      Immofonds Australien kenne ich mich zu wenig aus, Immobilien sind grundsätzlich aber nicht schlecht, aber es muss das richtige Objekt oder der richtige Fonds sein.
      Selbst wenn Eurobonds kämen, dann gäbe es lange Zeit sicher auch noch Bundesanleihen, an den sich die Immobilienkredite orientieren, aber die Überlegung ist nicht abwegig.
      Die Zinsen sind jetzt natürlich günstig, ich glaube aber, dass sie noch weiter fallen.

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